Biomasse

Der Wettlauf mit der Zeit im Sektor der erneuerbaren Energie hat längst begonnen. Die Endlichkeit der fossilen Energieträger steht fest, und gerade Deutschland muss einen schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Damit soll zum einen den immer höher steigenden Öl- und Gaspreisen Rechnung getragen und zum anderen die Reduzierung der Umweltbelastung erreicht werden. Damit die Energieversorgung in ihrer Gesamtheit gewährleistet ist, ist die Förderung der Bioenergieträger unumgänglich. Bioenergie trägt wesentlich zur Energieerzeugung aus alternativen Quellen bei. Ca. 2/3 beträgt der Anteil der Bioenergie an Endenergie aus erneuerbaren Quellen in Deutschland. Dieser Anteil wird weiterhin ausgebaut, da hier noch ein umfangreiches Potenzial vorhanden ist. Nach Berechnungen der Forscher ließe sich mit Biomasse mittelfristig ca. 10% vom gesamten Weltenergiebedarf abdecken. Der größte Beitrag kann dabei durch Stromversorgung erfolgen. Überprüfen Sie auch weitere Informationen zu Wasserkraft.

Deutschland ist hier sehr gut aufgestellt. Hier stehen ca. 17 Mio. ha landwirtschaftlich genutzter Fläche sowie ca. 11 Mio. ha Waldfläche für die Herstellung der Biomasse zur Verfügung. Das Hauptproblem der Biomasse besteht allerdings darin, dass sie zwar nachwächst, aber trotzdem im begrenzten Umfang zur Verfügung steht. In diesem Zuge entsteht ein Interessenskonflikt hinsichtlich der Verwendung der Biomasse als Nahrungs- und Futtermittel oder als Energieträger. Auch im Hinblick auf den Naturschutz können Spannungen bei dem Thema Erzeugung von Biomasse auftreten. Um diesen Konflikt zu entschärfen, wurden auf EU-Ebene Nachhaltigkeitsanforderungen durchgesetzt, die hinsichtlich der Erzeugung von Biomasse zu beachten sind. Hier wurden beispielsweise Auflagen hinsichtlich der CO2-Reduzierung gemacht. Die Initiative ging dabei von Deutschland aus und fand insgesamt eine hohe Akzeptanz in Brüssel.

Die Nutzung der Biomasse als Energieträger wird stark reglementiert. Zum einen gibt es klare Vorgaben, wie die Biomasse in Form von Pflanzenöl als Strom und Wärmelieferant oder als Biokraftstoff hergestellt werden muss. Dabei muss der Einsatz von Biomasse um 35% weniger Treibhauseffekt produzieren, als die fossilen Energieträger. Außerdem dürfen schützenswerte Naturflächen nicht zu Lasten des Bioanbaus zerstört werden. Die sozialen Aspekte beim Anbau von Biomasse werden nun deutlich stärker hervorgehoben. Hier sind internationale Arbeitsabkommen unbedingt zu beachten.

Der Grund für die Maßnahmen liegt darin, dass früher Biomasse teilweise unter unhaltbaren Umständen erzeugt wurde. Komplette Landabschnitte wurden ausgerottet, damit die Biomasse angebaut werden konnte. Die Förderung der flüssigen Biomasse nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz wird künftig entfallen, wenn diese nicht nach dem Nachhaltigkeitsprinzip hergestellt wurde. Die Einhaltung dieses Prinzips wird allerdings zur Steigerung der Herstellungskosten führen. Aus diesem Grund ist die Erhöhung des Marktpreises zu befürchten. Damit dies allerdings nicht passiert, wird die Förderung entsprechend erhöht, da diese sich an den Betriebskosten orientiert. Die Förderungszuschüsse werden daher künftig die steigenden Betriebskosten kompensieren. Die flüssige Biomasse, die aus Reststoffen hergestellt und nicht aktiv angebaut wird, ist von dieser Regelung nicht betroffen. Hier wird kein Anstieg der Herstellungskosten zu erwarten sein.

Insgesamt kann man daher von einer weiteren positiven Entwicklung bezüglich der Erzeugung der Biomasse ausgehen. In Deutschland entwickelt sich die Nutzung von Bioenergie zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Diese Entwicklung wird sich nicht nur zur erforderlichen Umstellung auf erneuerbare Energiequellen vorantreiben, sondern auch weitere politische Freiheit für Deutschland ermöglichen, da die Abgängigkeit von Energielieferanten immer mehr abnimmt. Besuch auch Fürth, Oberhausen und Hessen.